Am 4. August um 17:11 Uhr stolperte ich über eine Kurs-Zusammenfassung aus dem Jahr 2018. Kapitel: Juicy-Words! Wie bitte, Juicy-Words?
Wörter, die knallen, kratzen und kleben, während normale Sprache staubtrocken vorbeirauscht. Ich hätte auch schreiben können: Juicy-Words sind einprägsame Wörter. Merkst du, wie das eine rüttelt und das andere verpufft?
Merkst du den Unterschied?
Während ein normales Adjektiv dir etwas mitteilt, lässt ein Juicy-Word dich etwas fühlen. Der Unterschied liegt im Bild. Juicy-Words schmuggeln ein Sinneserlebnis in deinen Satz. Du hörst felsenfest und spürst den Fels. Du liest federleicht und siehst die Feder im Wind tanzen.
Einsetzen lassen sie sich überall, wo du deiner Botschaft besonders viel Wucht geben willst. Nicht „das war ein sehr grosser Fehler“, sondern ein krachender Fehler.
Die Kunst liegt in der Dosis. Ein Juicy-Word wirkt nur, wenn drumherum genug schlichte stehen. Sonst schreien alle gleich laut, und keines wird gehört. Mein Rat: sparsam einsetzen, sonst versalzt du die Suppe.
Probier es aus. Nimm deinen nächsten Text und ersetze ein blasses Adjektiv mit einem Juicy-Word. Genau da wacht dein Text auf.
Ein fröhlicher Gruss, Ralph