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Hyatt vs. Kiosk

Klare Sache, sollte man meinen. Das Hyatt, an bester Lage in Zürich und ausgezeichnet mit 5 Sternen. Der Kiosk in Meggen, definitiv 0 Sterne. Der Kiosk gewinnt haushoch. Ein überragendes Plus an Kundenfreundlichkeit, Herzlichkeit und Aufmerksamkeit. Lesen Sie, wie das möglich ist…

Montag Nachmittag, wenig los in der Lobby des Hyatt in Zürich. Ich bin etwas früh dran und freue mich auf ein paar ruhige Minuten vor dem nächsten Meeting. Der Kellner nimmt kaum Notiz von mir, Begrüssung Fehlanzeige. Nicht so wichtig, kommen ja noch genug weitere Gäste, wird er sich wohl gesagt haben. ‘So, was möchten Sie denn gerne bestellen’ wurde ich mit monotoner Stimme und versteinerter Miene gefragt. Unweigerlich fragte ich mich, ob die Digitalisierung doch schon so weit fortgeschritten ist und die ersten Cyborgs eingesetzt werden. Wenn ich Star Wars will, dann lieber im Kino als im Hotel. Der lauwarm servierte Kaffee rundete das Bild perfekt ab. Hätte ich reklamieren sollen? Ja. Habs nicht gemacht? Nein. Wieso? Weil es mir zu wenig wichtig war. Übrigens denken 68 Prozent der Kunden ähnlich und reklamieren nicht. Wie aber war das mit dem Kiosk?

Die letzten Wochen habe ich mich, zugegeben, vom Lottofieber anstecken lassen. 70 Millionen sind eine stolze Summe. Neben 3 richtigen Zahlen ist nix rausgekommen. Trotzdem hat es sich rentiert. Ich habe eine geniale Kioskfrau kennengelernt. Da ich mein Glück mehrmals versucht habe, erlebte ich sie ein paar Mal in Action. Klasse ihre Freundlichkeit, Fröhlichkeit und die konstant vorbildliche Haltung. Keine Ahnung, wie viele zig-tausende Lottoscheine sie durch das System gezogen hat, als sie mir ‘Viel Glück’ wünschte, habe ich es ihr geglaubt. Es klang ehrlich und aufrichtig. Zudem hatte sie für jeden Kunden ein paar nette Worte parat. Ich habe die Menschen in der Schlange beobachtet und jeder ist mit einem Lächeln weiter gegangen. Die Kioskfrau macht jeden Tag Menschen fröhlich – und verdient damit meinen höchsten Respekt und Achtung. Danke.

Vielleicht mag weder Kellner noch Kioskfrau auf den ersten Blick ein Traumjob sein. Beide verdienen nicht besonders viel Geld; der Zahltag fällt mager aus. Und trotzdem liegen Welten zwischen der Hochglanzlobby und dem schmucklosen Kiosk. Es fängt, wie so oft, bei einem selber an. Scheissjob oder Traumberuf? Beruf oder Berufung? Jeder darf es für sich entscheiden… nur Motzen ist keine Leistung.

Übrigens: Für was entscheiden Sie sich im 2017? Cyborg oder Menschen-fröhlich-Macher?

Ein frischer Gruss

Ralph Hubacher

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