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23.04.2026

Ein Hoch auf die Durchschnittlichkeit!

Stell dir vor, du steckst in deinen Schuhen, angeklebt an zwei Betonklötze. Keine Angst, das ist nicht der Auftakt in einen Gangsterfilm. Vor zwielichten Gaunern, die dich nach der Dämmerung über die Brücke stossen, brauchst du dich nicht zu fürchten. Die Betonklötze brocken wir uns selbst ein. Oder anders gesagt: Stopp dich selbst zurückzuhalten.

Ich mache mir das Leben manchmal schwerer als es sein müsste. Glücklicherweise nicht immer, nicht mal häufig, doch ab und an schmiere ich mir ordentlich viel Leim an meine Sohlen. Besonders dann, wenn ich von Beginn weg etwas viel zu gut machen will. Egal ob ich im geschäftlichen Umfeld eine experimentelle Methode teste oder in der freien Zeit ein neues Rezept koche.

Ich liebe von Natur aus grosse Ziele. Alles andere fühlt sich nicht herausfordernd genug an. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Ständig (zu) hohe Ziele können einen zurückbinden und bergen die Gefahr, dass Schritt für Schritt Demotivation entsteht. Scheitern ist ok, doch zu oft scheitern macht auf die Dauer auch keinen Spass. Das bedeutet aber keinesfalls, die eigene Messlatte ab heute auf bloss 30 Zentimeter Höhe anzusetzen.

Umfragen zeigen; die überwiegende Mehrheit der Autofahrer hält sich selbst für überdurchschnittlich gut. Man muss keine Mathe-Genie sein, um im ersten Reflex die Frage zu stellen, wie das denn bitte gehen soll. Die Psychologie nennt es den ‘above-average-effect’.

Also, ein Hoch auf die Durchschnittlichkeit! Vielleicht erinnerst du dich an deine ersten Fahrstunden. Ich behaupte, dein Fahrstil war nicht perfekt, mit Durchschnitt wärst du bereits zufrieden gewesen.

Wenn du beim nächsten Mal etwas Neues ausprobierst, dann strebe nach Durchschnittlichkeit. Damit schaffst du Freiraum, löst den Kleber an deinen Schuhen, lässt die Betonklötze der Perfektion hinter dir liegen und katapultierst dich leichter auf die nächste Stufe.

Ein fröhlicher Gruss, Ralph

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